Toxoplasmose
Die Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit des Menschen
und anderer Säugetiere, übertragen durch den Parasiten Toxoplasma gondii.
Hauptwirt für den Erreger sind Katzen und katzenartige Tiere, in deren Darm sich
Vorstadien des Einzellers bilden, die durch die Exkremente ausgeschieden werden.
Außerdem sind die Einzeller über die Erde (z. B. bei der Gartenarbeit), über die
Nahrungskette durch rohe Eier und Fleisch (vor allem im rohem Fleisch) und
Rohmilchprodukte übertragbar.
Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt ein bis drei Wochen, die Infektion
verläuft bei gesundem Immunsystem für etwa 90 % der Betroffenen beschwerdefrei
und symptomlos. Bei schubweise verlaufender Erkrankung kann sich die Ausbreitung
über Wochen und Jahre hinziehen. Hierbei bleiben die Erreger im Organismus in
Zysten eingeschlossen. Sie platzen zu beliebiger Zeit und gelangen so in das
Blutgefäß- und Lymphsystem. Bei einer überstandenen Erkrankung ist eine
Immunität anzunehmen.
Immer wieder hört man in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Katzen von und
über Toxoplasmose. Werdende Mütter, Väter, Großeltern und der Rest der
Verwandtschaft und Bekanntschaft warnen vor dem großen Übel. Die Frauenärzte
tragen auch nicht zu einer realistischen Einschätzung der Gefahr bei.
Toxoplasmose ist i.d.R. gar kein Problem. Sie äußert sich beim Menschen wie
eine leichte Grippe. Aber für den Fötus einer infizierten, werdenden Mutter
kann es sehr schlimme Folgen haben.
Wie kann man sich als werdende Mutter anstecken?
Die größte Ansteckungsgefahr geht von rohem Fleisch aus, d. h. keine Steaks medium, kein rohes Gehacktes für die werdende Mutter!
Dann haben wir natürlich noch die Katzen. Auch Katzen sollten nicht mit
rohem Fleisch gefüttert werden, da sie ebenfalls auf diesem Weg infiziert
werden können. Wenn sie infiziert sind, kann man sich auch anstecken. Aber
die Erreger befinden sich im Kot. Und sie müssen vom Kot direkt in den Körper
gelangen. Tja, Ihr könnt Euch mal vorstellen, wie das geht. Dazu kommt, daß
die Erreger in frischem Kot nicht ansteckend sind. Sie werden es erst nach 2 - 3
Tagen (eine andere Literaturstelle im WWW spricht von 24 Stunden).
Wie kann man also die Gefahr die von Katzen ausgeht und ziemlich gering ist,
weiter reduzieren? Ganz einfach. Während der Schwangerschaft sollte die
werdende Mutter die Katzentoiletten meiden. Da kann doch der werdende Vater mal
zur Schaufel greifen. Die tägliche Reinigung ist sowieso selbstverständlich
und zudem vermindert sich dadurch noch das Risiko (da die frischen Erreger
inaktiv sind). Zur Sicherheit kann man sich öfter mal die Hände waschen.
Wichtig ist auch, beim Unkraut Jäten im Garten vorsichtig zu sein. Denn auch
dort kann man mit dem Kot von freilaufenden Katzen in Kontakt kommen. Und wenn
sie infiziert sind und wenn der Kot das entsprechende Alter hat, besteht wieder
für Mutter und Fötus die Infektionsgefahr.
Die ganze Panik ist übrigens überflüssig, wenn die werdende Mutter schon
mal mit Toxoplasmose infiziert war. Denn wer einmal im Leben infiziert war, kann
sich nicht wieder anstecken, also keine Gefahr mehr für den Fötus. Der
Frauenarzt kann das durch eine einfache Blutuntersuchung feststellen.
Soweit zu den Ansteckungsrisiken.
Wer betroffen ist, sollte mal mit dem Tierarzt bzw. der Tierarzthelferin über
das Problem sprechen. Es ist traurig, wieviele Katzen aufgrund von Panikmache
weggegeben werden. Aber die Gefahr ist so gering. Und mit ein wenig Umsicht kann
man sie noch weiter reduzieren, wenn nicht sogar ausschließen.
Die Frauenärzte neigen leider oft dazu, falsche Informationen zu liefern.
Viel wichtiger ist es, in der Schwangerschaft auf Rauchen, Alkohol und
Medikamente zu verzichten.